Grünes Energiekonzept
15.07.2007
Grüne wollen eigenständige und umweltfreundliche
Energieversorgung in Saarlouis
Vor dem Hintergrund der energiepolitischen
Diskussionen um das Palmölkraftwerk im Gewerbegebiet Hafen
und um das geplante Kohlekraftwerk in Ensdorf, um Klimaschutz und CO²
- Reduktion fordern die Saarlouiser Bündnisgrünen massive
energiepolitische Initiativen von Stadt und Stadtwerken. Kernpunkte
des grünen Energiekonzeptes sind Forderungen nach mehr
Eigenständigkeit der Stadt in ihrer Energieversorgung und
nach dem Ausbau regenerativer und umweltfreundlicher Energien.
Gabriel Mahren Fraktionsvorsitzender im Stadtrat erläutert das
Grüne Konzept:
Solarenergie
„Nach dem
Modell der sog. Bürgerkraftwerke, bei denen geeignete
Dachflächen
( Hallendächer,
Schulen, öffentliche Gebäude etc. ) zur Aufstellung von
Solarbausteinen genutzt werden um Solarstrom ins städtische Netz
einzuspeisen können sich hierbei Bürgerinnen und Bürger
über Anteile am Kraftwerk beteiligen. Die Höhe der Anteile
beträgt erfahrungsgemäß zwischen 1.000 und 5.000
Euro. Das Konzept, im Saarland schon mehrfach erprobt, berücksichtigt
folgende Umstände:
-
Viele Hausbesitzer haben wegen ungünstiger
Lage ( fehlende Südausrichtung, zu starke Dachneigung,
Verschattung etc. ) keine Möglichkeit selbst Solaranlagen zu
errichten
-
Auch Mieter können sich über das Konzept
Bürgerkraftwerk an regenerativer Stromproduktion beteiligen.
Die
Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen wird über die Förderung
nach EEG ( Er-neuerbare Energiengesetz ) gesichert. Die
Förderlaufzeit beträgt 20 Jahre. Bei einer Dachfläche
von ca. 600 m² können beispielsweise 35 Haushalte in
Saarlouis mit Strom versorgt werden. In Saarlouis gibt es eine
Vielzahl von Dachflächen, die in Frage kommen könnten. Ob
Schulen oder Hallen, öffentliche oder private Flächen. Sie
alle können zu Aufstellung von Solarmodulen genutzt werden.
Träger solcher
Vorhaben können entweder der Verein Bürgerkraftwerke e.V.
Saarland oder aber die Saarlouiser Stadtwerke Saarlouis selbst sein.
Nach Berechnungen
des Bürgerkraftwerk e.V. beträgt die Rendite zwischen 5 und
7 %. Nach 20 Jahren wird die Einlage zurückgezahlt. Selbst nach
Auslaufen der staatlichen Förderung können mit der Anlagen
wegen der Abschreibung noch weitere Renditen erwirtschaftet werden.
Biomasse
Ebenfalls ins
Konzept gehören für die Grünen Biomassekraftwerke, bei
denen jedoch gesichert sein muss, dass sie Treibstoff aus heimischen
Pflanzen ( bspw. Raps ) benutzen und über geeignete Filter –
und Dämmsysteme Geruchs – und Geräuschlos arbeiten.
Damit unterstützen wir die regionale Landwirtschaft und können
den Saarlouisern saubere Energie anbieten, die nicht zu Lasten der
Umwelt anderswo geht. Standort hierfür können
beispielsweise landwirtschaftliche Flächen am Lisdorfer Berg
sein. Von Vorteil wäre dort auch die Nähe zur städtischen
Kompostierungsanlage.
Ökostrom
Gleichzeitig wollen
die Bündnisgrünen auch die Einführung eines sog.
Ökostromtarifs durch die Saarlouiser Stadtwerke. Sogenannter
Ökostrom stammt aus regenerativer Stromerzeugung, soll von
den Stadtwerken angekauft und damit direkt den Ausbau und die
Marktchancen umweltfreundlicher CO² - freier
Energieerzeugung fördern.
Virtuelle
Kraftwerke
Schließlich
fordern die Grünen auch den Einsatz intelligenter Techniken, wie
sie bspw. bei sog. virtuellen Kraftwerken eine entscheidende Rolle
spielen. Mit moderner netzgesteuerter Mess- und Regeltechnik lassen
sich schon heute in Pilotprojekten zeit- und zielgenau die
Energiebedarfe einzelner Haushalte bestimmen und damit eine
effizientere Steuerung von Kraftwerken gewährleisten.
Dies lässt sich
auch in kleineren Einheiten bewerkstelligen. Die Grünen fordern
deshalb die Versorgung einzelner Wohngebiete über
Blockheizkraftwerke (BHKWs ) die mit den einzelnen Haushalten
vernetzt bedarfsgenau Strom produzieren können.
Energiesparen
Schließlich
setzen die Saarlouiser Grünen auf das derzeit größte
Potential in Sachen Umweltschutz und Energiebedarf. Bis zu 30 Prozent
schätzen Experten die Einsparmargen in privaten Haushalten und
Gewerbe. Durch Investitionen in Dämmung und neue Energie
sparende Techniken ist auch ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher
Schub, insbesondere für den Mittelstand zu erwarten, die Grüne
Branche boomt. Allein im letzten Jahr wurden im Bereich erneuerbare
Energien und Umwelttechnik 15 % neue Arbeitsplätze geschaffen.
Gleichzeitig sollten Stadt- und Stadtwerke ihre diesbezügliche
Beratung intensivieren, um Bürgern bspw. bei der Beschaffung von
KfW – Krediten behilflich zu sein.
Den Grünen ist klar, dass nach dem
derzeitigen Stand der Technik nicht der gesamte Strombedarf der Stadt
über regenerative Energien abgedeckt werden kann. Wir wollen
aber einen wichtigen Schritt in die Zukunft tun, um Saarlouis nach
und nach von Atom und Kohlestrom unabhängiger zu machen.“
Anlage aus: Homepage
Bürgerkraftwerke e.V.
Solarbausteine:
Die innovative Weg, sich an Solarstromanlagen zu beteiligen.
Über
den Erwerb von Solarbausteinen können Sie sich an den
Solarstromanlagen des Vereins beteiligen. Ein Solarbaustein
berechtigt dazu, an den Erträgen des betreffenden
Bürgersolarkraftwerks beteiligt zu werden. Die Höhe der
jährlichen Ausschüttung hängen dabei vom Ertrag der
Solarstromanlage ab: Hier das Beispiel Bürgersolarkraftwerk
Lebach/Herrensohr.
Ausschüttung pro Solarbaustein (1.000
€) bei einem spezifischen Jahresertrag von:
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Betriebsjahr
|
bis 900
kWh/kWp
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900-950
kWh/kWp
|
950-1000
kWh/kWp
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1-7
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50 €
(5,0%)
|
60 €
(6,0%)
|
70 €
(7,0%)
|
|
8-14
|
55 €
(5,5%)
|
65 €
(6,5%)
|
75 €
(7,5%)
|
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15-20
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60 €
(6,0%)
|
70 €
(7,0%)
|
80 €
(8,0%)
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Ab
dem siebten vollen Betriebsjahre kann der Solarbaustein-Vertrag
gekündigt werden. Sie bekommen dann Ihre Einlage von 1.000 €
pro Solarbaustein zurück bezahlt. Um die langfristige
Beteiligung an den Solarstromanlagen für die Anleger attraktiv
zu machen, erhöht sich die Ertragsbeteiligung alle 7 Jahre um
0,5% (siehe oben stehende Tabelle). Nach dem 20. Betriebsjahr wird
die Einlage vollständig zurück bezahlt.
Quelle
Verein Bürgerkraftwerke e.V.

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